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Morbus Crohn eine Bakterienerkrankung ?
Bakterien als Ursache von Morbus Crohn ?
Dies wurde seit längerer Zeit unter Experten diskutiert. Professor John Hermon-Taylor und sein Team (vom St. George's Hospital Medical School) haben nun mit einem neuen verbesserten Testverfahren evt. den Beweis erbracht. Bei 92 % von Darmschleimhautproben wurde das Bakterium Mycobacterium avium paratuberculosis festgestellt. Basis für diesen Test war eine Untersuchung von 37 Patienten mit Morbus Crohn. Bei 34 Patienten wurde das Bakterium Mycobacterium avium paratuberculosis (MAP) festgestellt. In einer Kontrollgruppe von 33 Personen wurde in nur 9 Fällen ein positives Ergebnis festgestellt (26%). Damit dürfte eine wesentliche Rolle des Mycobacterium avium paratuberculosis an der Entstehung des Morbus Crohn erwiesen sein, so John Hermon-Taylor und sein Team.
Weitere Zahlen & Fakten:
Nach Schätzungen sind alleine in Deutschland 160.000 bis 170.000 Menschen betroffen.
In Grossbritannien spricht mann von jährlich 4.500 bis 5.500 neuen bzw. festgestellten Erkrankungen. MAP ist in der Tiermedizin schon länger als ein Auslöser für chronische Darminfektion bekannt. Der BBC berichtete Prof. Hermon-Taylor (mit Verweis auf Forschungen in Schweden), daß der Erreger MAP gegebenenfalls auch am sogenannten Reizdarmsyndrom beteiligt ist. Das Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP) löst bei Rindern und anderen Tieren ebenfalls eine chronische Darmentzündung, die Paratuberkulose, aus.
Liegt in der Milch / Rohmilch / Käse die Ursache für Morbus Crohn ? LINK
Wir wollen hier keine Panik verbreiten!
Allerdings die Forderung erheben, dass die Gesundheit des Kuhbestandes besser gewährleistet wird. Der Hebel ist bei der / den Ursachen anzusetzen! Ist es normal, dass Kühe eher Kotwasser als Kot absetzen? Es ist an der Zeit, eine Untersuchung einzuleiten welche die Fütterung und Haltung der Kuhbestände untersucht!
In einer japanische Studie aus dem Jahre 1996 wird belegt, daß die Häufigkeit von Morbus Crohn positiv mit dem Verzehr von tierischem Protein insbesondere Milchprotein korreliert ist. Menschen, die im Säuglingsalter gestillt wurden bzw. nicht oder nur wenig mit Milchprodukten (Flaschennahrung) ernährt wurden, sind unter Morbus Crohn Patienten deutlich unterrepräsentiert.
Eine spanische Untersuchung zeigt, daß Morbus Crohn häufig von Juni bis August diagnostiziert wird. Hingegen erleiden Morbus Crohn - Erkrankte häufig in Herbst und Winter einen Rückfall bzw. einen akuten Schub. Es stellt sich die Frage, ob dies mit einem saisonalen Auftreten von Mycobacterium (MAP) paratuberculosis in Milchprodukten zu erklären ist.
Bereits im Jahr 1996 belegte eine britische Studie, daß das M. paratuberculosis sowohl in Rohmilch als auch in pasteurisierter Konsummilch aus dem Handel mittels Polymerase - Kettenreaktion (PCR) nachzuweisen ist. Auch in dieser Untersuchung wurden insbesondere von Januar bis März und von September bis November häufiger Mycobacterien in Milchproben gefunden. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass dies mit der Fütterung zusammenhängt.
Pasteurisierung der Milch die Lösung? Eine Vielzahl von Untersuchungen belegt, daß das bei Rindern bzw. in Milch gefundene Mycobacterium paratuberculosis so hitzeresistent ist, daß es eine Pasteurisierung bei 71 ° C und 15 Sekunden Einwirkdauer in der Molkerei infektionsfähig überlebt.
Wissenschaftler der Forschungsanstalt für Milchwirtschaft (FAM) der Schweiz konnten MAP selbst noch nach 120 Tagen aus Emmentaler- und Tilsiter-Rohmilchkäse isolieren). Tschechischen Wissenschaftlern ist es gelungen, MAP auch von Gemüse (Salat, Rettich, Tomaten) zu isolieren, welches auf experimentell mit MAP infizierten Böden aufgezogen wurde. Die Ergebnisse skizzieren einen Infektionsweg über Gülle und Mist, die als Dünger im Pflanzenbau genutzt werden
Diagnose der Paratuberkulose:
Das Mycobakterium avium paratuberculosis induziert spezifische Antikörper. Diese Antikörper werden im Blut von bis zu 70% aller Morbus Crohn Patienten gefunden. Es ist so, dass MAP ein schwer zu kultivierender Erreger ist und das sich etwa der ELISA-Test nicht zum Nachweis von MAP eignet. Die Diagnose der subklinischen Paratuberkulose gestaltet sich sehr schwierig. Die mikrobiologische Kultivierung des Erregers sehr aufwändig. Dies trifft auf etliche der Mycobakterien zu.
LINK > Diagnose > Veterinärmedizin / PDF > lgl.bayern.de/tiergesundheit
Zur Diagnose der Paratuberkulose: Unterschieden wird in der mikrobiologischen Diagnostik zwischen dem direkten und indirekten Erregernachweis. Der indirekte Erregernachweis ergibt sich aus spezifischen Immunreaktionen. Der kulturelle Erregernachweis hat den enormen Nachteil, dass die Zeitspanne von 8 bis 12 Wochen beträgt. Dieser Test (also die Anzüchtung) gilt als 100% spezifisch, ist jedoch in nur 35% der Fälle sensitiv. Allerdings kann im positiven Fall eine Aussage getroffen werden, dass ein vermehrungsfähiger MAP vorliegt. Man spricht hier auch vom Goldstandart. PCR - Nachweis: Die Suche nach ISMav2 (Insertionselement), Nachweisverfahren der Restriktionsenzym Fragmentlängen Polymorphinismus (RFLP) Der indirekte Infektionsnachweis: Antikörpernachweis - nach einer Infektion mit MAP. Der Johnin Test: Dieser ist allein nicht nutzbar, da dieser eine geringe Spezifität hat. Alternativ der Nachweis (in vitro) Interferon-gamma Sekretion von spezifisch restimulierter Leukozyten. Dieser Test wird als Kit / Testkit (f. d. Veterinärmedizin) angeboten. Die Spezifität wird unterschiedlich beurteilt 60 - 67%. In Verbindung mit einem Hauttest soll eine Spezifität bis zu 97% erreicht werden. Serologische Tests: Diese basieren auf einem Nachweis von MAP spezifischer Antikörker. In der Veterinärmedizin sind 4 ELISA zum Antikörpernachweis zugelassen. Diese weisen jedoch eine Eingeschränkte Sensivität auf! Antigen - Nachweis: Zur Zeit keine verwertbaren und belastbare Ergebnisse. Der DNA-Nachweis: PCR (Ergebniss zwischen 30 - 48 Stunden). Hier kann allerdings keinerlei Aussage zur Vermehrungsfähigkeit des Erregers getroffen werden. Diese Probleme bei der Labordiagnostik erklären vermutlich, warum die Zusammenhänge zwischen Morbus Crohn und MAP lange Zeit nicht beachtet wurden.
Quellen / weitere Links / Literatur:
Sehr empfehlenswerter Link - sehr gute Informationen bietet: Ausgabe Eulenspiegel 4/2003 S.16 Schwerpunkt: Zoonosen Morbus Crohn durch Mykobakterien von Manfred Stein.
Clinical review
Grand Round: Mycobacterium paratuberculosis cervical lymphadenitis, followed five years later by terminal ileitis similar to Crohn's disease
John Hermon-Taylor, professor of surgery, Nick Barnes, consultant paediatrician, Chris Clarke, senior lecturer in veterinary pathology,c Caroline Finlayson, consultant senior lecturer in histopathology
Department of Surgery, St George's Hospital Medical School, London SW17 0RE, Children's Services, Addenbrooke's Hospital, Cambridge CB2 2QQ, c Department of Veterinary Pathology, University of Edinburgh, Veterinary Field Station, Easter Bush, Roslin, Midlothian EH25 9RG, d Department of Histopathology, St George's Hospital Medical School
1989 Crohn's disease and the mycobacterioses: a review and comparison of two disease entities Chiodini RJ Clin Microbiol Rev 2:90-117
1992 England Mycobacterium paratuberculosis DNA in Crohn's disease tissue. Sanderson JD; Moss MT; Tizard ML; Hermon-Taylor J Gut:1992 Jul:33:890-6.
1991 Experimental disease in young chickens induced by a Mycobacterium paratuberculosis isolate from a patient with Crohn's disease. Van Kruiningen HJ; Ruiz B; Gumprecht L Can J Vet Res:1991 Apr:55:199-202
Professor Hermon-Taylor, St George’s Hospital Medical School, London £29664 Development of solid-phase hybridisation capture PCR in the reliable clinical detection of low-abundance mycobacterium paratuberculosis Ref. S/P/2908 February 1996 Professor Hermon-Taylor, St George’s Hospital Medical School, London £9823 Further development of solid-phase hybridisation capture PCR in the reliable clinical detection of low-abundance mycobacterium paratuberculosis Ref. S/S/2914 July 1991 Professor Hermon-Taylor, St George’s Hospital Medical School, London £263692 A Grant to study mycobacterium paratuberculosis and other atypical mycobacterium in the causation of Crohn’s disease, and as targets for disease prevention and new specific chemotherapy. Ref. S/L/1959
Links:
http://www.ernährungsberateronline.org
http://www.Darmkrebsinformation.de
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